Mittwoch, 13. Juni 2007

Aufruhr wegen falschen Singens

ich habe einen großen faible für die bücher marten 't Harts. Deshalb verlinke ich besonders geren die Buchbesprechung seines neuesten Buches:

Maarten 't Hart: "Der Psalmenstreit". Piper Verlag, München 2007, 432 Seiten
Maarten 't Hart zeichnet in "Der Psalmenstreit" ein ironisches Bild von den Folgen religiösen Wahns. 1775 kam es in seiner Geburtsstadt zu einem Aufstand der Fischer und Netzflickerinnen wegen einer neu eingeführten Singweise der Psalmen, die ihnen gotteslästerlich erschien. An der Figur eines Reeders zeigt er die Auswirkungen des Aufstands.
Die Romane des 1944 in der kleinen Gemeinde Maassluis geborenen Schriftstellers scheinen einem wie Nachrufe auf die untergegangene Welt des ländlichen Kleinbürgertums mit all seinem religiösen Wahn, seiner verbiesterten Besserwisserei. Das Holland Maarten 't Harts ist ein strenggläubiges Bibelland. Bei ihm zuhause wurde zum Beispiel vor dem Essen stets ein Kapitel aus der Bibel vorgelesen, morgens, mittags, abends. In all seinen Bücher spielt denn auch die Kirche eine wichtige Rolle. So auch in Maarten 't Harts "Der Psalmenstreit", einer kuriosen, absonderlichen, dennoch urkundlich belegten Geschichte aus dem 18. Jahrhundert.
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